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Dokumentation zur Fachtagung: Arbeit 4.0 – made in Berlin

Am 12. November 2018 durften wir rund 170 Teilnehmende zur Tagung Arbeit 4.0 – made in Berlin: Zusatzqualifikationen für digitale Kompetenzen in der dualen Ausbildung im dbb forum in Berlin begrüßen. Im Folgenden finden Sie kurze Zusammenfassungen zu den Beiträgen der Tagung sowie weiterführende Links zu Präsentationen.



Eröffnung der Tagung

Staatsekretär Alexander Fischer

„Die Digitalisierung ist kein Naturereignis, das über uns kommt, sondern wir können sie gestalten.“

Alexander Fischer, Staatssekretär für Arbeit und Soziales der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales des Landes Berlin eröffnete die Tagung. In seinem Beitrag wies er auf die Bedeutung der Aus- und Weiterbildung hin und betonte, dass für die Gestaltung der Digitalisierung in den Betrieben entsprechend kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt werden, um mit neuen Möglichkeiten verantwortungsvoll und nachhaltig umzugehen.



Berufliche Bildung X.0 – Zwischen technologischer Innovation und gesellschaftlicher Akzeptanz

Prof. Dr. habil. Christoph Igel

Digitalisierung wird das zukünftige Lernen notwendigerweise verändern, so eine zentrale Aussage in der Keynote von Prof. Igel, wisschenschaftlicher Leiter des Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz DKFI). Allein die stetig wachsende Menge verfügbarer Daten verbunden mit der Geschwindigkeit, in der sich Veränderungsprozesse vollziehen, wird erfordern, dass Lehrende und Lernende zukünftig auch mit Lernenden Systemen und KI kooperieren. (Die Präsentation steht nur den Tagungsteilnehmenden zur Verfügung.)



„Digitalisierung ist mehr, als nur einen Computer vor sich zu haben!“ – Das Projekt Zusatzqualifikationen für digitale Kompetenzen

Steffi Michailowa & Anne Röhrig

Steffi Michailowa, ABB Training Center GmbH & Co. KG und Anne Röhrig, k.o.s GmbH stellten die berufsübergreifende Zusatzqualifikation für „digitale“ Kompetenzen vor. Sie erläuterten, welche Kompetenzen für das Arbeiten unter den Bedingungen der digitalen Transformation erforderlich sind und wie diese Kompetenzentwicklung praxis- und betriebsnah umgesetzt werden kann.

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Transfer – Übertragung der Ergebnisse aus dem Modellprojekt

Margrit Zauner

Margrit Zauner, Abteilungsleiterin für Arbeit und Berufliche Bildung der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales machte in ihrem Beitrag noch einmal deutlich, wie wichtig es für das Gelingen des Modellprojektes war, dass von Beginn an unterschiedliche Akteure und Akteurinnen operativ und strategisch in die Projektentwicklung eingebunden waren. Das Jahr 2019 wird nun im Zeichen des Transfers stehen, um die Zusatzqualifikation Interessierten zugänglich zu machen.

 



Das „Bildungsprojekt“ – ein Instrument zur Kompetenzentwicklung in digitalen Zeiten

Lea Sentner

Lea Sentner ist Auszubildende bei GEBIFO GmbH und hat die Zusatzqualifikation schon absolviert. Auf der Tagung stellte sie dem Auditorium die Ergebnisse ihres Bildungsprojektes vor – chapeau! Anschließend kam auch der Geschäftsführer von GEBIFO, Peter Albrecht zu Wort. Er betonte wie wichtig diese Qualifizierung für das Unternehmen ist und wie wichtig es war, dass auch die Ausbilder einbezogen waren und selbst eigene Aufgaben zu bewältigen hatten.

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Fünf Themeninseln – Vertiefung und Austausch


1) Kompetenzdiagnostik – Vorstellung und Ausprobieren von Instrumenten

René Marc & Anne Röhrig

In Hessen wird vom Bildungswerk der hessischen Wirtschaft das Projekt DIGITALazubi umgesetzt. Dieses Projekt kooperiert mit dem Berliner Modellprojekt „Zusatzqualifikationen“ und greift wesentliche Elemente aus Berlin auf. Beiden Projekten gemeinsam ist unter anderem, dass kompetenzdiagnostische Verfahren in der Qualifizierung eingesetzt werden. Da lag es natürlich nahe, gemeinsam und projektübergreifend eine Themeninsel zur Kompetenzdiagnostik zu gestalten…

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2) Lehr-Lern-Konzept von Zusatzqualifikationen – veränderte Ausbildungspraxis und Qualifizierungsbedarfe des Ausbildungspersonals

Steffi Michailowa & Yvonne Kessel

Themeninsel 2 vertiefte mit den Teilnehmenden das Lehr-Lern-Konzept zur Entwicklung von Kompetenzen. Nach einer Einführung zum Konzept setzten sich die Teilnehmenden aktiv mit den einzelnen Phasen und den jeweils verwendeten Methoden auseinander. Der Fokus der Themeninsel lag auf dem Methodeneinsatz und den Anforderungen für das Ausbildungspersonal. Desweiteren wurden Fragen zum Einsatz und Nutzen von Lernplattformen diskutiert sowie zur Bedeutung von E-Learning für die Umsetzung von Selbstlernphasen.

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3) Was sind digitale Kompetenzen? Beschreibungen der Module von Zusatzqualifikationen und der Abgleich mit betrieblichen Anforderungen

Frank Schröder & Anna Mikheeva

In der Themeninsel 3 erläuterten Frank Schröder und Anna Mikheeva, k.o.s GmbH, welche Kompetenzbeschreibungen hinter den fünf Modulen der Zusatzqualifikation für digitale Kompetenzen hinterlegt sind. Anknüpfend an die Systematik des Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) werden im ZQ-Projekt Kompetenzen aufgeteilt in Fachkompetenzen und personale Kompetenzen beschrieben. Die Teilnehmenden setzten sich mit der Frage auseinander, welche der beschriebenen Kompetenzanforderungen in ihrem Betriebs- und Arbeitskontext bereits eine wichtige Rolle spielen.

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4) Teilnovellierung der Berufe in der Metall- und Elektroindustrie und Umsetzung auf Unternehmensebene

Michael Assenmacher, DIHK im Gespräch mit Constantin Borchelt, IG Metall Berlin & Gerd Woweries, ABB Ausbildungszentrum Berlin

In das Thema führte Michael Assenmacher vom DIHK ein: Er stellte die zentralen Veränderungen vor, die sich durch die seit Sommer 2018 geltende Teilnovellierung der industriellen Metall- und Elektroberufe ergeben. Was ändert sich nun für die Betriebe: Die geladenen Experten meinten, dass die Teilnovellierung Aspekte der Digitalisierung noch einmal bündelt, die in vielen Betrieben bereits Praxis sind. Für KMU seien aber Beratungs- und Unterstützungsangebote erforderlich, die das Tagesgeschäft berücksichtigen. Sehr hilfreich, so Herr Borchelt, kann hier die Vernetzung der Betriebe untereinander sein, etwa im UVB.

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5) Digitalisierungsgrad von Unternehmen im Land Brandenburg – Anforderungen an eine Weiterbildung 4.0

Dr. Alexandra Bläsche

Die Studie „Arbeit 4.0 in Brandenburg“ bildete die Grundlage für den Input von Dr. Alexandra Bläsche, Referatsleiterin Berufliche Bildung, Fachkräftesicherung im MASGF Brandenburg in der Themeninsel 5. Die Studie liefert einen Beitrag zur laufenden Diskussion über die Herausforderungen und Möglichkeiten der Digitalisierung für das Land Brandenburg. Und hier kann bilanziert werden: Die Digitalisierung ist in Brandenburger Betrieben in vollem Gange, bringt tiefgreifende Veränderungen und ist eher als Beschäftigungsmotor denn Jobkiller zu charakterisieren. Um Gestaltungsprozesse sinnvoll zu unterstützen müssen Wirtschaft und Arbeit zusammengedacht werden. Und: für eine gelingende Digitalisierung ist mehr erforderlich als technische Kompetenz allein.

Zusammenfassung der Themeninsel 5 (PDF)

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Arbeit in Zeiten digitaler Transformation: Wandel und Gestaltungsbedarf

Dr. Katrin Cholotta

Das Fachkräftemonitoring des BMAS verfolgt das Ziel, mittel- und langfristige  berufliche Passungsprobleme zu identifizieren. Dabei berücksichtigt werden demografischer Wandel, Entwicklung der Wirtschaft 4.0, internationaler Wettbewerb, das Bildungsverhalten und berufliche Mobilität sowie weitere Faktoren. Dr. Katrin Cholotta,Referat DA 1 des BMAS verdeutlichte in ihrem Beitrag, dass Berufen mit potenziellem Fachkräfteengpass Berufe mit potentiellem Fachkräfteüberschuss gegenüberstehen. Mit Initiativen zur Fachkräftesicherung und zum digitalen Wandel verfolgt das BMAS  das Ziel, anstehende Veränderungsprozesse zu identifizieren und zu gestalten.

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Digitale Kompetenzen erwerben für eine gute Arbeitswelt 4.0 – Tagungsabschluss und Ausblick

Senatorin Elke Breitenbach

Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach würdigte in ihrem Schlusswort das Engagement aller Teilnehmenden, die zum Gelingen dieser Fachtagung beigetragen haben. Als Resümee der Veranstaltung betonte sie, dass es dem Land Berlin wichtig ist, die „Berufsübergreifende Zusatzqualifikation für digitale Kompetenzen“, basierend auf den Projektergebnissen des Modellprojekts, gemeinsam mit den Projektnehmenden, den Sozialpartnern und den Kammern zu verbreiten und Betrieben und Bildungsinstitutionen näher zu bringen. Ziel – so Frau Breitenbach – ist es, die Umsetzung und Anwendung in der dualen Ausbildung sowie in der Weiterbildung zu befördern und zu etablieren. Das Projekt soll gemeinsam mit den genannten Partnerinnen und Partnern die begonnene Arbeit fortführen, das Modell weiter anwenden und verbreiten.



Vielen Dank für Ihre Teilnahme! Wir freuen uns, Sie auf weiteren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

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